Menschen mit Behinderung möchten genauso Urlaub machen, wie jeder andere Mensch auch. Dies belegen auch die Zahlen des „Zweiten Teilhabebericht über die Lebenslagen von Menschen mit Beeinträchtigungen in Deutschland 2016„, den das Bundesministerium für Arbeit und Soziales heraus gegeben hat: 48% der Deutschen mit Beeinträchtigungen würden häufiger reisen, wenn es mehr barrierefreie Angebote gäbe.

In absoluten Zahlen bedeutet dies, dass das Reisebedürfnis von rund 3,6 Mio. Menschen unbefriedigt bleibt.

„Das glaube ich nicht!“, werden Sie mir als Hotelier jetzt vermutlich antworten. „Meine barrierefreien Zimmer werden kaum nachgefragt.“

Wenn das so ist, möchte ich Ihnen im folgenden einige Denkanstösse geben:

Versetzen Sie sich bitte in die Lage eines Menschen im Rollstuhl. Bei ihm zu Hause wurden diverse Anpassungen vorgenommen, damit er alleine zurecht kommt. Um selbstständig zur Toilette gehen zu können, wurde im Bad ein Haltegriff angebracht. Neben der Toilette benötigt unser Rollstuhlfahrer genug Platz, um den Rollstuhl so einzuparken, dass er sich auf die Toilette umsetzen kann. Dieser Platzbedarf wird durch die Breite des Rollstuhl definiert und ist individuell unterschiedlich.

Sehen Sie sich nun Ihre Webseite an. Findet Ihr Gast die Information um sicher zu sein, dass er die Toilette in Ihrem Zimmer nutzen kann? Würden Sie in einem Hotel ein Zimmer buchen, ohne zu wissen, ob Sie die Toilette benutzen können?

Information ist deshalb der erste Schlüssel für eine bessere Performance Ihrer barrierefreien Zimmer. „3 Zimmer sind behindertengerecht ausgestattet.“ Diese Hinweis auf einer Webseite ist deutlich zu wenig. Denn neben der Toilette benötigen viele Menschen auch genaue Informationen zum Bett und zur Dusche. Dass diese Einrichtungen im Hotel funktionieren, setzen Menschen ohne Handicap meisten voraus. Für Menschen mit Handicap ist die Befriedigung dieser Grundbedürfnisse längst nicht selbstverständlich.

Wenn Sie die Auslastung Ihrer barrierefreien Zimmer langfristig steigern möchten, informieren Sie Ihre (zukünftigen) Gäste bereits in der Entscheidungsphase. Nur wenn Sie greifbare Merkmale Ihres Angebotes zur Verfügung stellen, sind Interessenten in der Lage, die Qualität Ihrer Dienstleistung für sich einzuschätzen. Im barrierefreien Tourismus gilt es, die Gäste mit harten Fakten zu überzeugen. Denn erst wenn die Grundbedürfnisse wie Bett, Toilette, Dusche für Reisenden mit Handicap erfüllt sind, haben sie ein Auge für die Annehmlichkeiten, die Ihr Hotel bietet.

Werden die Grundbedürfnisse nicht auf den ersten Blick erfüllt, wendet sich die Gäste meist dem nächsten Angebot zu.

Überzeugen Sie deshalb schon beim Erstkontakt und werden Sie barrierefrei erfolgreich!

 

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